Breitbeinig trat Karl der Cop auf seine Veranda und betrachtete sich bewundernd in einer Pfütze auf dem Gehweg. Er zog seinen Hängebauch ein und versuchte sich noch etwas breiter zu machen. In seiner Uniform fühlte er sich stark und mächtig. Stark und mächtig wie an dem Tag als er der Polizei von Tabasco beigetreten war. Karls Unterhose zwickte und er verfluchte seine Mutter, die ihm schon wieder nicht die bequeme Unterwäsche rausgelegt hatte. Hätte er es doch bloß noch bis zur Toilette geschafft am Vortag. Dann wäre seine Lieblingsunterhose jetzt nicht in der Wäsche.
“Karlchen.Vergiss deine Brote nicht!” Karls Mutter stand in der Tür und winkte mit seinem Frühstücksbrot. Wortlos nahm er die Tüte und ging zu seinem Dienstwagen. Die Unterhose zwickte nicht mehr. Er wusste, heute würde ein guter Tag werden…

Tja, ich schätze mal, wir haben dafür gesorgt, dass Karl einen guten Tag hatte. Auf dem Rückweg nach Acapulco sah uns Karl bei der Ortsdurchfahrt von Puebla und zog uns raus. Zuerst war es nur eine ganz gewöhnliche Kontrolle, genau wie viele andere davor. Aber es wurde recht schnell klar, dass Karl sich ganz gerne noch etwas Geld dazu verdienen würde. Nachdem er Gary und seine Papiere ausführlich kontrolliert hatte und nichts finden konnte, hat er sich einfach kurzerhand etwas erfunden. Unsere “Permiso de Importacion”, die wir für Gary extra beantragt haben wäre von dem Grenzbeamten falsch ausgefüllt worden und deshalb ungültig. Lange Rede, kurzer Sinn: 4500 mexikanische Eier (ca 300 Euro) Strafe oder Knast.
Also geht wieder das übliche Rumdiskutieren los und Karl, der unbefriedigste und dickbäuchigste Streifencop vom Grünflächenamt Puebla, lässt uns erst abziehen als er sich sicher ist, dass er all unser Bargeld (ca 750 Pesos) als Bestechung eingesackt hat. Es ist ja nicht so, dass wir zum ersten Mal mit Knast und Strafen konfrontiert sind, aber dieses Mal waren wir ausnahmsweise unschuldig. Ich hoffe, dass Rissen mit seiner Karma Theorie Recht behält und der gute Karl in den nächsten Tagen an seinem Frühstücksdonot erstickt ist oder sich wenigstens einen Tripper bei seiner Lieblingsnutte eingefangen hat.

Damit Karl auch kein Schwerenöter entwischt, fährt ein Großteil des Grünflächenamtes den neuesten Charger. Außerdem sorgt das für soziale Gerechtigkeit, während der Rest der Bevölkerung Pferdekutschen bewegt....
Glücklicherweise ist seit dem “Karl Incident” eigentlich nichts mehr in dieser Richtung vorgefallen und je weiter wir wieder Richtung Norden kommen, desto öfter werden wir auch wieder bei Kontrollen durchgewunken. Könnte allerdings auch daran liegen, dass die Mexikaner der Meinung sind, dass drei Muchachos in einem Bus völlig ohne Muchachas auf jeden Fall schwul sind und somit keine Bedrohung darstellen – Slider Style eben.









