Archiv für April 2010

Slide(r)show

Nach langer online Abstinenz gibts jetzt wie versprochen Bilder von den Sliders und den Parks aus Zucker hier. Bei reger Nachfrage überlegen wir uns Rudis Oskar-aus-der-Tonne-Portrait als Bravo Starschnitt in fünfzehn teiliger Sonderedition nachzuliefern.

Nachdem in Santa Cruz das Wetter etwas schlechter wurde, sind wir einfach den Highway One, die Küste entlang Richtung LA und San Diego gefahren. Könnte man sich dran gewöhnen, bei schlechtem Wetter einfach den miesen Launen von Petrus davon fahren. Der Highway One ist jedenfalls sehenswert. Die Straße schlängelt sich hunderte von Meilen direkt an der Küste entlang, eine Aussicht geiler als die nächste. Die ganze Geschichte ist auch gut bergig und verwunden, so dass wir mit unserer Mono Horsepower und dem Badewannenfahrwerk öfter mal im Truckerstyle mit 30km/h unterwegs waren… da hilft auch der Methangasantrieb aus dem Fond nichts.

Jetzt haben wir gerade die Mall in Santa Barbara bei strahlend blauem Himmel mit unserer Morgentoilette beschenkt und können unser Glück garnicht fassen, wir haben doch tatsächlich Brot gefunden, was sich nicht auf die Größe einer Erdnuss komprimieren lässt. Also jetzt ab zum Strand und dann erstmal französisches Langbrot genießen.

Nachtrag: Mir ist völlig klar, warum hier alles schief läuft. Sperrstunde um 2 Uhr kann einfach niemandem gut tun. Rudi hat schon die Segel gestrichen, wir bleiben noch auf Taco Kurs. Segel setzen Richtung Süden….. hoffentlich Land in Sicht….

white line fever ohne koks

Hawaiian Punch in your face!

Jetzt wo unser Albino Kamerad eingeflogen ist und wir sein entsetztes Gesicht genießen durften als wir mit unserem Mobil um die Ecke kamen, gibt es auch keinen Grund mehr mit Bildern zu geizen. Ich darf vorstellen: Unser Wohnklo, Gary, el Schnecko. Gary ist eigentlich ein Hillbilly Toyato Redneck Pickup, auf den einfach hinten ein kompletter Wohnwagen als Schneckenhaus aufgesetzt worden ist. Die Bremsen wurden natürlich nicht mit umgebaut, man könnte also genauso gut bei voller Fahrt ein Tempo Fähnchen aus dem Fenster halten, die Wirkung wäre die gleiche. Die restliche Ausstattung ist einfach nur over the top. Es gibt sogar eine richtige Küche mit funktionierendem (!) Kühlschrank. Meiner Taco Spacko Karriere steht also nichts mehr im Weg. Leider ist die Kiste nicht ganz Trucker Parkplatz tauglich, dafür gibts aber ein Funkgerät. Also zumindest Trucker light.

Taco Spacko im Funkkontakt mit rostigem Nagel

Heino und Fettie Fettmann Italiano

Nach einer guten Woche Amerika sind wir mittlerweile wahrscheinlich alle Diabetiker. In diesem Moment sitzen wir gerade beim Taco Bell und versuchen die Herzrhytmusstörungen aufgrund der abgefahrenen Limonanden Variationen aller Regenbogenfarben zu unterdrücken. Pink Lemonade verursacht jedenfalls Skorbut und Hawaiian Punch spontanen Durchfall. Rudi hält sich tapfer und trinkt den vierten Liter. Ich und Matze sind auf der Suche nach dem ultimativen Mix um es gleich mit Gin zu mischen. Gehirnaktivitäten sind nicht mehr messbar. Bottoms up !

Der finanzielle Niedergang in drei Akten

Es ist passiert. Wir haben weit über unserem Budget eingekauft. Matze konnte mich etwas bremsen, doch dann wurde auch er schwach. Jetzt haben wir kein Geld mehr für Essen. Aber wir sind hier ja in Amerika, also gibts alles auf Pump. Zur Finanzierung wird Matz wieder seinen alten Job als Kloakentaucher in der Kanalisation von San Francisco aufnehmen müssen. Ich werde einen rollenden mexikanischen FastFood Stand namens “Taco Spacko” eröffnen und abends zusätzlich Kurse in emotionalem Ausdruckstanz anbieten. Wünscht uns Erfolg…

P.S. Wir haben ein Klo!

Von Fussmärschen und Scheisshaufen

Nachdem mittlerweile die halbe Stadt zu Fuß und zu Brett erkundet worden ist (die Nahverkehrsmittel sind nur für Yuppies bezahlbar), haben wir glaube ich in den letzten Tagen mehr Höhenmeter und Strecke gemacht, als alle Einwohner der Stadt zusammen im letzten Jahr. Als wir Gestern nach einer Stunde Bergsteigen und Serpentinen kraxeln endlich die Twin Peaks erklommen hatten lachten uns oben schon die Chromfronten der 16m langen V8 Jeeps der Amerikaner entgegen. “Such a nice view. And you can park your car right here in front of the lookout. Isn’t it nice?”  Nice, indeed. Und damit kommen wir von den Fußmärschen zu den Scheisshaufen. Denn die Erklimmung der Peaks hätte wohl keiner der Scheisshaufen, die wir in den letzten Tagen besichtigt haben ohne kapitalen Motorschaden überlebt.

1977 Dodge Pennerglück

Scheisshaufen ist für unseren ersten Motorhome Kandidaten eigentlich noch ein Kompliment. In der Internet Annonce sah die Kiste noch recht vielversprechend aus, allerdings änderte sich dieser Eindruck dann doch recht schnell, als wir auf den Hof des Händlers liefen. Der “Verkäufer” kam etwas verpennt aus unserem Zielobjekt herausgeklettert und guckte etwas erstaunt als wir ihm nahe legten, dass wir Interesse an dem Ding hätten (er hätte wohl lieber noch ne Runde drin gerazzt). Die Kauflust ist uns dann auch flott vergangen, als wir beim Einsteigen erst fast die ganze Tür rausgerissen hatten und dann der Innenraum doch irgendwie mehr nach Cristal Meth Küche aussah als nach einem Camper. Den Kühlschrank hat sich keiner von uns getraut zu öffnen, aus Angst vor Leichenteilen …. wenigstens ging aber dann der Motor nicht. War eigentlich auch egal, der Verkäufer hat eh lieber nebenan Klimmzüge gemacht, als uns was zum Auto zu erzählen während Matze drin rum lief und ich drunter lag. Als wir schon fast wieder im Zug nach Hause saßen hatte der Chef es dann doch noch geschafft  die Mühle anzukurbeln. Allerdings muss ich trotz allem Hang zu rollenden Schrottkisten gestehen, dass uns dieses Ding wohl nicht viel weiter als bis zum nächstem Liquor Store gefahren hätte. 1600$ Kampfgebot werden gefordert.

Vertrauenserweckende Technik gepaart mit bestechendem Wohlfühlfaktor

Heute dann der nächste Griff ins Klo. Die Anzeige las sich wie immer gut. Die Bilder, wie bei der Heirats Börse, nur vom Feinsten. Leider war die Realität mal wieder etwas anders. Diesmal erwartete uns zwar kein Rattenloch, aber dafür White Trash vom Feinsten. Der Motor lief nicht (orignal Anzeigentext: “good running engine, low milage”), der Innenraum war versifft (“very clean”) und der Besitzer stellt sich als Abschleppunternehmen heraus, das Beschlagnahmungen von illegalen Fahrzeugen duchführt. Und preiswert: 6000$. Wir haben also den halben Morgen vor einem riesigen abgesicherten Junkyard Zaun rumgelungert, um Feststellen zu müssen, dass die Amis was ihre Gebrauchtwagenanzeigen angeht scheinbar gerne etwas…. nennen wir es optimistisch sind.

Bleibt noch die letzte Variante: Der “bad ass long” Truck. Alles unter 10m Länge kommt nicht in Frage, denn size matters. Supermarktparkplätze können wir dann nicht mehr befahren und Städte müssen wir nach der Breite ihrer Hauptstraßen auswählen, aber das ist dann egal. Wir sind der König der Straße, the Highwaymen bad ass long. Außerdem können wir uns endlich beim Frühstück zu den Truckers an der Tanke setzen. Matze ist da eher der Vernünftige. Ich glaube  mit dem Truck komm ich nicht durch…..

Hier mal noch eine Anzeige, die wir uns nicht getraut haben anzugucken. Wenn schon die guten Anzeigen solche Reinfälle sind, landet man bei sowas  nachher bei Cletus und Francine auf dem RedneckCity Trailer Park Junkyard =)

Nachtrag: Die Anzeige ist leider nicht mehr aufzufinden. Die war jedenfalls vom allerfeinsten “u wana buy bad ass long motor home? got 2 sell it. xxx$, also take laptop…”. Gerade kam noch das Bild von dem Motorhome, das uns ein Mechaniker angeboten hat mit dem ich Gestern noch gequatscht hatte. Das Ding ist eher ein Nightliner als ein Campmobil. Die geforderten 5000$ wären hier auf jeden Fall ein Schnäppchen im Vergleich zu der Grotte aus Trash City.

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